Kinderosteopathie: der geschulte Blick
- 19. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Juni

Liebe Eltern , ich habe vor Kurzem einen interessanten Satz in einem Artikel gelesen. Es ging um die Verwahrlosung von Kindern auf den Straßen Frankfurts und einen Sozialarbeiter, der dem Journalisten folgendes sagte: "Kinder zeigen meist über ihr Verhalten und Körperhaltung, was sie nicht in Worte fassen können." Ein Satz, der für die Sozialarbeit wahrscheinlich ebenso wahr und richtig ist wie für die Medizin. Denn tatsächlich ist es genau das, was ich in 15 Jahren meines Berufslebens beobachtet habe. Kinder sagen nicht immer, wo es sie drückt, aber sie zeigen es auf eine andere, für geschulte Augen ebenso deutliche Art und Weise.
Für uns Kinderosteopath*innen gehört dieser geschulte Blick zum Grundreportoire. Ohne ihn geht gar nichts. Gerade dann, wenn die Kinder so klein sind, dass sie sich noch nicht mitteilen können. Die genaue und feine Beobachtung ist Voraussetzung für unseren Beruf und für die Auswahl der richtigen Therapie.
Was Kinderosteopathie auszeichnet
Kinder sind kleine Kraftwerke voller Energie, die sich ständig verändern und jeden Tag ein Stück wachsen. Da in jeder Phase immer genau zu wissen, was das Kind braucht, ist eine Aufgabe, die Eltern manchmal überfordert. Denn beim Großwerden gibt es viele Faktoren, die die Entwicklung von Kindern beeinflussen können. Schon bei der Geburt geht es los. Verlief diese problemlos oder schwierig? Dann die Verdauung. Klappt sie prima, oder hat das Baby Koliken, Blähungen oder Verstopfung? Dann die Motorik. Ist das Kind voll beweglich und entwickelt sich problemlos, oder hat es eine Vorzugsseite, eine Überstreckung und eine eingeschränkte Beweglichkeit? All das sind Faktoren, die bei der Entwicklung eines Kindes beachtet werden sollten.
Und hier kommt erneut das geschulte Auge ins Spiel. Nicht nur, dass Kinderosteopath*innen die kindlichen Entwicklungsphasen sehr genau kennen, es zeichnet sie auch aus, dass sie genau hinschauen und strukturelle Auffälligkeiten schnell bemerken. Mit mittlerweile 15 Jahren Berufserfahrung ist es das, was ich für meinen Beruf als mit am wichtigsten erachte. Der geschulte Blick und das schnelle Erkkennen struktureller Schwächen - egal wo sie auch liegen.
Kinderosteopathie: Eine ganz individuelle Betrachtung
Ich bin selbst Mutter von zwei Teenagern und kenne die meisten Freuden, Sorgen und Ängste, die das Großwerden so mit sich bringen, aus erster Hand. Als Kinderosteopathin nehme ich diese persönlichen Erfahrungen mit und bringe sie ein in meine Arbeit. So begleite ich Familien mit ihren Kindern in Köln und Umgebung seit vielen Jahren auf ihrem Weg. Für mich ist das was ich tue mehr Berufung als Beruf. Kinder beim Wachsen zu begleiten ist so ziemlich das Schönste, das ich mir vorstellen kann.

Nach meinen Ausbildungen zur Kinderosteopathin habe ich in 15 Jahren viele Säuglinge und Kinder im Alter von 0 bis 18 begleitet - oft viele Jahre lang. Es kamen Eltern mit ganz unterschiedlichen Anliegen zu mir. Mal waren es Schädeldeformationen nach schwierigen Geburten, oder Kinder mit Spastiken etwa wegen Zerebralparese, oder Kinder nach schlimmen Unfällen, die nach ärztlicher Behandlung auf dem Weg der Genesung noch Unterstützung brauchten. Es gab viele Kinder mit Behinderungen, Babys nach Frühgeburten und viele sogenannte "Schreikinder". Alle hatten sie ihre eigene, ganz individuelle Geschichte und alle brauchten sie ihre eigene, ganz individuelle Betrachtung.
Eltern in Stress und Sorge
Ich habe in den Jahren Eltern erlebt, die in großer Sorge waren, die sich in schlimmen Stresssituationen befanden und die physisch und psychisch am Ende ihrer Kräfte waren. Ich habe gelernt, dass in einer Familie das Wohlergehen des einen mit dem Wohlergehen des anderen einhergeht. Dass es den Eltern nicht gut gehen kann, wenn es ihren Kindern nicht gut geht und den Kindern nicht gut gehen kann, wenn es den Eltern nicht gut geht. Ich habe mir daher angewöhnt bei der Behandlung meiner kleinen Patient*innen den Blick zu weiten und beziehe bei aller Konzentration auf die aktuellen Beschwerden auch äußere Begleitumstände mit in die Arbeit ein.
Diese ganzheitliche Herangehensweise macht die Kinderosteopathie meiner Ansicht nach zu einer wertvollen Ergänzung in der Gesundheitsvorsorge.
Darum gehen Eltern mit ihren Kindern zum Osteopathen
Probleme beim Stillen oder Saugen
Schlafstörungen und Unruhe
Verdauungsbeschwerden wie Koliken, Blähungen oder Verstopfung
Entwicklungsverzögerungen bei Motorik und Haltung
Unterstützung bei Atemwegserkrankungen
Bevorzugte Seitenlage oder Schädelasymmetrien
Unterstützung nach schwierigen Geburten, Kaiserschnitt oder Saugglocken-/Zangengeburt
Spannungszustände, Überstreckung oder Unruhe beim Liegen und Tragen
Begleitung bei Wachstumsschüben und motorischen Entwicklungsschritten
Ihre
Gina Muresan




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