Babyosteopathie: Kaiserschnitt-Kinder
- 27. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen

Liebe Eltern, auch wenn es jetzt schon über 13 Jahre zurückliegt - ich kann mich noch sehr gut erinnern an meine ersten Monate als junge Mutter. Sowohl mein Sohn als auch meine Tochter kamen per ungeplantem Kaiserschnitt auf die Welt. Und bei aller Freude waren mein Mann und ich in der ersten Zeit doch noch ziemlich mitgenommen von den Ereignissen in den Geburtsnächten. So lange gekämpft, um dann von den Ärzten und Hebammen tief in der Nacht doch die Nachricht zu bekommen: "Die Werte verschlechtern sich. Wir müssen ihr Kind jetzt holen."
Heute bin ich Mutter von zwei kerngesunden Teenagern und die Ereignisse dieser Nächte liegen lange in der Vergangenheit. Ich weiß aber noch genau, wer die Menschen waren, denen wir nach der Geburt am meisten vertrauten, weil sie uns mit einer solchen Sicherheit und Zuverlässigkeit zur Seite standen: es waren unser Kinderarzt, die Hebamme und unsere Kinderosteopathin.
Baby-Osteopathie: Eltern-Fragen nach Kaiserschnitt-Geburt
Bei Eltern dreht sich gerade in den ersten Monaten alles ums Baby. Für Außenstehende mag das manchmal etwas seltsam sein, aber die neue Situation nimmt Eltern einfach völlig ein und auch wenn man sich irgendwie mehrere Monate darauf vorbereiten konnte, wenn das Kind dann da ist, bleiben so viele Fragen: Warum schreit mein Kind so viel? Warum schläft es nicht durch? Warum überstreckt sich mein Baby beim Stillen? Warum spuckt mein Kind so viel? Warum liegt es nur auf einer Seite? Hat es eine gute Verdauung? Warum dreht es sich noch nicht?
So viele Fragen und erstmal keiner da, der die Antworten hat. Das erzeugt Unsicherheiten. Mein Mann beispielsweise stand im ersten Jahr immer nachts auf und verbrachte eine halbe Stunde am Bettchen unseres Sohnes, nur um zu sehen wie er schlief und atmete. Eine KI, die man hätte fragen können, gab es zu jener Zeit noch nicht und selbst wenn es sie gegeben hätte, so wäre es uns auch damals sicher lieber gewesen, die Hilfe kommt von Menschen mit Empathie, Erfahrung und Knowhow.

Besonderheiten der Kaiserschnitt-Geburt
Bei einer Kaiserschnitt-Geburt gibt es Besonderheiten, die sie von einer "normalen" Geburt unterscheiden. Während bei der vaginalen Geburt rhythmische Druck-, Kompressions- und Rotationskräfte auf den kindlichen Körper wirken, entfällt dieser mechanische Prozess bei einer Sectio weitgehend oder findet nur teilweise statt, etwa bei einem sekundären Kaiserschnitt nach Wehenbeginn. Daraus allein folgt jedoch nicht automatisch eine behandlungsbedürftige Störung.
Entscheidend ist die individuelle Situation Ihre Kindes nach der Geburt. Wie verliefen Schwangerschaft und Geburt? Gab es Wehen, Lagebesonderheiten, Geburtsstress, Atemanpassungsprobleme, Stillprobleme, auffälliges Schreien, Asymmetrien oder Verdauungsbeschwerden? In vielen Fällen empfehlen Hebammen und Kinderärzte heute den Gang zum Kinderosteopathen.
Mögliche funktionelle Auffälligkeiten nach Kaiserschnitt-Geburten
Eltern stellen Säuglinge nach Kaiserschnitt häufig nicht wegen des Kaiserschnitts selbst vor, sondern wegen Beobachtungen, die sie bei ihren Kindern gemacht habe. Dazu können gehören:
Still- oder Saugschwierigkeiten
bevorzugte Kopfhaltung oder eingeschränkte Kopfdrehung
Unruhe, Regulationsschwierigkeiten oder vermehrtes Schreien
Verdauungsbeschwerden, Blähungen oder Refluxsymptome
Schädelasymmetrien oder Lageasymmetrien
Schwierigkeiten beim Ablegen, Schlafen oder Tragen

Diese Symptome können harmlose Anpassungsphänomene sein, aber auch Hinweise auf medizinisch relevante Ursachen geben. Deshalb steht vor jeder osteopathischen Behandlung eine sorgfältige Anamnese und Befundung. Warnzeichen wie Trinkschwäche, Gedeihstörung, Fieber, Atemprobleme, wiederholtes Erbrechen, neurologische Auffälligkeiten, ausgeprägte Schläfrigkeit, schrilles Schreien oder akute Verschlechterungen gehören aber immer dringend zuallererst kinderärztlich abgeklärt.
Was ist Babyosteopathie?
Bei Ihnen mag die Frage aufkommen: Was genau macht die Baby- oder Säuglingsosteopathie eigentlich aus? Und was unterscheidet sie zur normalen Osteopathie für Erwachsene? Kurz zusammengefasst ist Babyosteopathie eine spezialisierte Form der osteopathischen Behandlung, die sich an Neugeborene und Babys im ersten Lebensjahr richtet. Sie arbeitet mit sehr sanften manuellen Techniken und betrachtet den Säugling als Ganzes: also nicht das einzeln Symptom, sondern das Zusammenspiel von Beweglichkeit, Muskelspannung, Atmung, Verdauung, Schlaf, Saugen, Schlucken und allgemeiner Regulation.
Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie gut kann sich Ihr Baby nach Schwangerschaft und Geburt an seine neue Umgebung anpassen? Die angewandten Methoden und Techniken sind besonders behutsam und speziell auf die zarte Anatomie der Babys abgestimmt. So dass sich Ihr Kind während der Behandlung rundherum wohlfühlt.
Denn entscheidend ist am Ende allein, dass es Ihrem Kind gut geht und dass es - ob mit Kinderosteopathie oder ohne - gesund groß wird. Das ist und bleibt für uns Eltern doch das wichtigste.
Ihre
Gina Muresan




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